Kirchtalhof in Aidlingen

 

Auf einen Blick

 

landwirtschaftliche Nutzfläche: etwa 100 Hektar

 

Pflanzenbau:

Getreide, Silomais, Kartoffeln, Kürbis, Blumen, Ackerfutter, Grünland, Streuobst

 

Tierhaltung:

Mutterkühe, Nachzucht, Bullen, Gänse, Hühner, Puten, Schafe, Schweine

 

Besonderheiten:

Schlachtraum, Hofladen, Biogasanlage

 

Themen:

Tiere im Stall und auf der Weide, Kulturpflanzen, Landschaftspflege, Lebensmittelverarbeitung, Energie, Biogas, Landwirt als Energiewirt

 

 

Von ganzem Herzen Landwirt


Familie Rott bewirtschaftet in Aidlingen seit 1962 den Kirchtalhof

 

Wenn man bei Familie Rott den Hof betritt wird man herzlich empfangen und fühlt sich sofort wie zu Hause. Außerhalb von Aidlingen am Rande des Natur- und
Landschaftsschutzgebietes „Venusberg“ gelegen, laufen einem hier so mancherlei Vierbeiner und Federvieh über den Weg. Der Aussiedlerhof wurde 1962 von Thomas Rotts Eltern und Großeltern gebaut. Vor der Aussiedlung hatten sie bereits eine kleinere Hofstelle im Ort betrieben. 1998 hat Thomas Rott, der nach seiner Ausbildung und dem Meisterbrief noch fünf Jahre in der Rinderzuchtberatung tätig war, den elterlichen Hof schließlich übernommen. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Sabine und seinen drei Kindern Johannes, Lisa und Lukas sowie einem Auszubildenden.

 

 

Stillstand ist Rückschritt
Über die Jahre wurde der Betrieb stetig weiterentwickelt und nach Marktbedingungen und politischen Rahmenbedingungen ausgerichtet. Neben der Tierhaltung betreibt Familie Rott heute auch eine Biogas- und eine Photovoltaikanlage, mit denen sie mehr als 600 Haushalte mit Strom versorgt und rund 70.000 Liter Heizöl durch Wärme ersetzt. Betrieben wird die Biogasanlage überwiegend mit dem anfallenden Mist und Grassilage. Darüber hinaus wird Mais, Zuckerhirse und Ganzpflanzensilage hinzu gegeben.

 

Vielseitig aufgestellt
Der vielseitige Betrieb bietet 50 Mutterkühen der Rasse Charolais und ihren Kälbern, sowie der Nachzucht und einigen Deckbullen ein zu Hause. Mutterkuhhaltung bedeutet, dass die Kälber von der Geburt an bis zu einem Alter von neun bis elf Monaten bei ihrer Mutter bleiben. Sie saugen die Milch der Mutterkuh und werden von dieser betreut. Danach werden sie von der Mutter getrennt und in der Regel geschlachtet. Das Fleisch wird ganzjährig als Weidejungrindfleisch auf dem Hof angeboten. Darüber hinaus werden 20 Mutterschafe mit ihren Lämmern und einem Bock, Legehennen, Mastgänse, Puten und Masthähnchen  gehalten. Tochter Lisa hält außerdem noch zwei Ziegen als Hobby. Ein Hofhund und mehrere Katzen mit Namen „Urmel“, „Trixie“ oder „Felix“, für die Namensgebung ist in der Regel auch Lisa zuständig, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Während die Tiere den Winter im geschützten Stall verbringen, werden im Sommer alle hinaus auf die Weide gelassen. Das Futter wird auf über 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche selbst produziert. Die Hälfte davon besteht aus Wiesen und Weiden. Auf den Ackerflächen werden neben Weizen, Gerste, Hafer, Zuckerhirse und Mais auch Kartoffeln, Kürbisse und Blumen angebaut.

 

 

Regionale Vermarktung
Beim Verkauf seiner Produkte legt Thomas Rott besonders viel Wert auf die regionale Vermarktung. Daher hat er auf seinem Hof auch einen Hofladen eingerichtet, indem er Dosenwurst, Eier, Kartoffeln und einiges mehr verkauft. Sein Ziel ist es, qualitativ hochwertiges Rindfleisch direkt an den Verbraucher zu verkaufen. Und sein Konzept verspricht Erfolg! Obwohl die meisten Kunden in einem Umkreis von rund 30 Kilometern wohnen, nehmen einzelne bis zu 200 Kilometer Wegstrecke in Kauf! Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Direktvermarktung wird den Kunden ein wahrer Erlebniseinkauf geboten. „Ich möchte, dass jeder nachvollziehen kann, wo und wie Nahrungsmittel produziert werden“, meint der 47-jährige.

 

Der frühe Vogel …
Der Tag beginnt bei Familie Rott um sechs Uhr morgens mit einer halben Stunde Stallarbeit, bevor es zum Frühstück geht. Nach dem Frühstück werden bis zum Mittagessen verschiedene Aufgaben im Stall und auf dem Feld erledigt, ebenso am Nachmittag. „Im Sommer versuchen wir um 19 Uhr Feierabend zu machen, oft wird es aber später. Im Winter schaffen wir es meist ein bisschen früher, weil hier kaum Arbeiten auf dem Feld anstehen“, sagt Thomas Rott mit einem Lächeln. Es scheint ihm nicht im Geringsten etwas auszumachen, das der durchschnittliche Deutsche im Gegensatz zu ihm nur rund acht Stunden pro Tag arbeitet.

 

Gesellschaftliches Vorbild
Und obwohl er mit der Führung seines Betriebes wahrlich alle Hände voll zu tun hat, legt Rott viel Wert auf ehrenamtliches Engagement. Egal ob als Gemeinderat, Kreisrat und stellvertretender Bürgermeister, Aufsichtsrat einer kleinen genossenschaftlichen Bank oder Vertreter der Fleischrinder und Mutterkuhhalter bei der Rinderunion Baden-Württemberg – er versteht es die Interessen seines Berufsstandes angemessen zu vertreten. Eine besondere Herzensangelegenheit ist ihm darüber hinaus die Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen. Als Mitglied des Vereins „Lernort Bauernhof im Heckengäu e.V.“ bietet er unter anderem Führungen für Schulklassen. Darüber hinaus ist er als Berufsschullehrer an der Haus- und Landwirtschaftlichen Schule in Herrenberg tätig. Wenn man Thomas Rott fragt, warum er eigentlich Landwirt geworden ist, lächelt er verschmitzt und sagt: „ Weil es einfach der schönste Beruf auf der Welt ist!“

 

Ansprechpartner:

 

Sabine und Thomas Rott
71134 Aidlingen
Telefon: 07034 4286
E-Mail: t.rott@gmx.net

 

Anfahrt:

Bus-, Bahnhaltestelle Aidlingen, HS katholische Kirche, Fußweg zum Hof ca. 1,3 km

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