Schafhof Holzapfel, Schönaich

 

Auf einen Blick

 

landwirtschaftliche Nutzfläche: etwa 35 Hektar

 

Pflanzenbau:

Grünland, Streuobst

 

Tierhaltung:

Schafe

 

Besonderheiten:

Landschaftspflege

 

Themen:

Schafzucht, Lämmermast, Streuobstwiesen, Landschaftspflege, Fütterung, Futtergewinnung, Koppelbau

 

Klassenstufe:

ohne Einschränkungen

 

„Landwirtschaft ist mein Leben“

 

Helmut Holzapfel ist in Schönaich Herr über 250 Mutterschafe

 

Sie hatten es ihm einfach angetan – vier kleine Lämmer, die mit der Flasche aufgezogen wurden! Helmut Holzapfel kann sich noch gut daran erinnern, als ein Wanderschäfer von der Schwäbischen Alb Anfang der 70er Jahre durch Schönaich gezogen ist. Der Winter war kalt und der Schäfer hatte einfach zu viele Lämmer um sich ausreichend darum kümmern zu können. Kurz entschlossen nahm Helmut Holzapfel ihm dann die vier Auserwählten ab und zog sie liebevoll mit der Flasche in der Scheune des elterlichen Bauernhofs auf. Die Begeisterung für die Wollnasen wuchs täglich und schnell war dem Bauernsohn klar, dass er sein Hobby ausbauen möchte.

 

Die gesellschaftlichen Entwicklungen im Laufe der Jahre spielten ihm dabei in die Karten. Pflege und Erhalt unserer Kulturlandschaft gewannen stetig an Bedeutung. Und mit was könnte man Landschaftspflege besser betreiben als mit einer Schafherde? So wurde die Kleingruppe vergrößert auf nunmehr 250 Muttertiere mit ihren Lämmern – eine ausgewachsene Herde die eine Mitarbeit der ganzen Familie erforderlich macht. Die ersten Flächen die Helmut Holzapfel für die Beweidung bekam waren derart verwildert, dass er das Dickicht vor der Beweidung mit viel Kraft und Mühe mechanisch und von Hand entfernen musste. Selbstredend wurde die kleine Scheune bei den Eltern irgendwann zu klein, sodass er 2008 den ersten Teil seines Schafstalls am heutigen Standort baute. 2016 wurde dieser Stall sogar noch einmal erweitert.

 

 

Bei der Wahl der Rasse schwört Helmut Holzapfel auf die Merino Landschafe. Die in Baden-Württemberg weit verbreitete Rasse besticht durch ihre Robustheit und ist durch einen guten Herdentrieb auch für die Wanderschäferei geeignet. Sein Sohn wollte in jüngster Zeit etwas Farbe ins Spiel bringen und hat zusätzlich noch einige Schwarzköpfe in die Herde integriert.

 

Neben der Landschaftspflege vertreibt der gelernte Maschinenbautechniker auch Wolle und Lammfleisch. „Während Wolle in früheren Zeiten ein kostbarer Rohstoff war, scheint sie heute leider an Bedeutung und damit auch an Wert verloren zu haben. Obwohl es nach wie vor unbestritten ist, das es sich um einen sehr guten Rohstoff handelt“, bedauert er. Und tatsächlich, wenn man beim Verkauf der Wolle mit den Erlösen gerade so den Aufwand decken kann, hat man schon Glück gehabt. Das Lammfleisch scheint hingegen wieder an Beliebtheit zu gewinnen und wird sowohl über den Großhandel, als auch direkt ab Hof verkauft.

 

Über die Jahre hinweg ist Helmut Holzapfel eines bewusst geworden: Öffentlichkeitsarbeit und der direkte Kontakt zu den Verbrauchern sind das A und O der Landwirtschaft geworden. Daher engagiert er sich schon seit längerem im Verein Lernort Bauernhof. Künftig will der frisch gebackene Rentner sich dafür noch mehr Zeit nehmen. Die Kinder erfahren bei ihm allerlei Wissenswertes über Wolle und die Schafhaltung im Allgemeinen. Beim Thema Fütterung ist dann Ärmel hochkrempeln angesagt, hier dürfen die Jugendlichen selbst mit anpacken.

 

Ansprechpartner
Helga und Helmut Holzapfel
E-Mail: helgaholzapfel@googlemail.com; h.o.holzapfel@gmail.com
Tel. 07031 653701 oder 01734778037

 

Anfahrt:
Mit dem Bus aus Böblingen oder Sindelfingen
Bis Schönaich Haltestelle Kelterweg zusätzlich 10 Minuten Fußweg

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